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Physiotherapie und Prävention

Wer kennt sie nicht, die Vorurteile gegenüber der Physiotherapie. Liebevoll werden die Therapeutinnen „Turn-Tanten“ genannt oder sie und ihre männlichen Kollegen werden als die, mit den „sadistischen Adern“ bezeichnet. Ins Bewusstsein tritt die Physiotherapie häufig erst in Zusammenhang mit Verletzungen oder nach Operationen und deren Nachbehandlung. Denn wer geht schon ohne Beschwerden, das heisst präventiv, zur Physiotherapie?

Durch meine langjährige Berufserfahrung setze ich mich für eine intensivere Tätigkeit der Physiotherapie in der Prävention ein. Um Überlastungsbeschwerden oder Verletzungen vorbeugen zu können, steht nicht die manipulative Behandlung im Vordergrund, sondern viel mehr eine fachkompetente Beratung. Diese beinhaltet:

  1. Funktionelle Analyse von körperlichen Schwachstellen und Stärken
  2. Aufklärung über relevante Resultate
  3. Aufklärung durch Wissensvermittlung (theoretischer Background)
  4. Instruktion von präventiven Massnahmen
  5. Übertrag der erworbenen Fertigkeiten auf Alltagssituationen und sportliche Aktivitäten
  6. Entwicklung der Eigenverantwortung

Soweit zur Theorie, aber wie sieht das konkret in der Praxis aus? Ich versuche den präventiven Einfluss der Physiotherapie und die verwendeten Begriffe anhand eines praktischen Beispiels zu veranschaulichen:

Bei einer beschwerdefreien Person führe ich präventiv einen Physiotherapie-Check-up durch. Ich analysiere im Rahmen einer Ganzkörperuntersuchung auch die Fussform und beschreibe, ob es sich um eine „gesunde“ beziehungsweise um eine optimale Fussform oder um einen Platt-, Hohl- oder Knicksenkfuss handelt:

Die Analyse hat in meinem Beispiel folgendes Resultat ergeben: Die betreffende Person hat einen funktionellen und somit korrigierbaren Plattfuss. Damit sie dies besser versteht, erkläre ich ihr die optimale Fussform und das Fussgewölbe mit den entsprechenden Belastungspunkten. Diese Aufklärungsarbeit ist nötig, damit die getestete Person erkennt, in welcher Form die Abweichung bei ihr auftritt. Danach besprechen wir gemeinsam die möglichen präventiven Massnahmen:

Im weiteren Verlauf lernt die getestete Person, das vermittelte Wissen und die Fertigkeiten nicht nur in der Therapie anzuwenden, sondern auch in den Alltag zu übertragen. Die Physiotherapie übernimmt in dieser Phase die Funktion des unterstützenden und begleitenden Coachs.