Meine Motivation zur Sportkarriere
Ich bin in Rickenbach oberhalb Schwyz mit dem Skilift vor der Haustüre aufgewachsen.
Mit erst fünf Jahren machte ich eher bescheiden meine ersten Gehversuche im Mythen-Skigebiet und gewann mit sieben Jahren dann das erste Skirennen.
Bereits damals habe ich viel Freude und Enthusiasmus empfunden und wollte Skirennen fahren. Mein Bubentraum war vor allem die Abfahrt.
So motiviert eiferte ich meinen Vorbildern nach und verfolgte wenn möglich jedes Skiweltcuprennen im Fernsehen. Wenn noch kein Schnee lag versuchte ich dann, über die steilen Hänge hinunter hüpfend die gute Abfahrts-Position einzunehmen.
Zum Skifahren trafen wir uns wenn immer möglich jeden Mittwochnachmittag und an den Wochenenden. Schlechtes Wetter oder unpräparierte Skipisten konnten uns nicht hindern, pünktlich beim Skilift zu sein, um die Kollegen der Renngruppe zu treffen. Dann wurde mit viel Spass durchgefahren. Für das Mittagessen hatten wir selten bis gar keine Zeit.
Ohne grosse Infrastrukturen lebten wir damals auch das heute so genannte Freestyle-Skifahren mit Camps, Saltos usw. aus.
In dieser Gemeinschaft musste ich mich schon früh gegen bessere oder stärkere Kollegen durchzusetzen und zu behaupten wissen. Ich denke, so entstehen in vielen Sportarten die langfristig guten und ehrgeizigen Spitzensportler.
Durch mein Aufwachsen in einer eher abgelegenen Gegend hatte ich nicht viele Möglichkeiten mich bei anderen Sportarten aktiv zu versuchen. Als Ausgleich war im Sommer vor allem Fussball angesagt.
Wenn sich junge Sportlerinnen oder Sportler entscheiden, eine Sportart ernsthaft in Richtung Weltspitze zu betreiben, müssen sie sich mit aller Konsequenz dafür einsetzen und zielorientiert arbeiten. Viele kommen dann aber wegen der grossen Auswahl verschiedenster anderer attraktiver Sportangebote früher oder später vom Weg ab. Dennoch ist polysportiv zu sein, in den ersten Jahren für Kinder, auch wenn sie sich in Richtung Spitzensport entwickeln, sehr förderlich und positiv. Sie können von der Koordination her unheimlich viel aufnehmen und umsetzen.
Weitere Stolpersteine auf dem Weg zur Spitze können Problemen mit den Kollegen, Unstimmigkeiten mit den Trainern, das persönliche Umfeld oder das Leistungsvermögen des Sportlers selbst sein. Oftmals wird dann ein Wechsel in Betracht gezogen. So lernen die jungen Sportler aber nicht, sich zu behaupten und durchzusetzen und versperren sich damit vielfach selber den Weg zur evt. Weltspitze. Standfestigkeit zu erlangen und zielorientiert zu arbeiten ist im Alter zwischen 13 und 17 Jahren nicht immer ganz einfach. Auch sehr Talentierte besitzen meiner Ansicht nach nur einen kleinen Teil Naturtalent. Den Rest müssen sie sich auf langem Wege knallhart erkämpfen und erarbeiten.
Im nächsten Blog mehr über meine Trainertätigkeit und die Arbeit mit jungen Sportlern

