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Früh übt sich...

An meine ersten Bewegungen kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern. Durch meine Tochter habe ich sie aber nun selbst erlebt. Das erste Stupsen im Bauch war wie ein Wunder zu spüren und als die Bewegungen energischer wurden, konnte ich schon eine Art Dialog mit ihr führen.

Es ist wunderbar, die Entwicklung der Bewegung bei einem Kind mitzuverfolgen. Das erste Drehen am Boden, das erste Aufsitzen, das Krabbeln und schliesslich das freie Gehen sind Meilensteile.

Unglaublich schön wie der Instinkt unsere Kinder die Bewegung lehrt. Ihr Vorwärtsdrang und die Neugierde sind kaum zu stoppen. Wenn man weiss, dass viele Erwachsene lieber liegen bleiben oder sitzen, so sehe ich bei unserer Tochter genau das Gegenteil: sie will dauernd vorwärtskommen und ihren Horizont erweitern und ihr stolzes Strahlen in den Augen, wenn ihr wieder etwas Neues glückt, ist unvergleichbar. Dieser Bewegungsdrang bei Kindern ist etwas Natürliches, das auch von den Eltern gefördert werden sollte.

Ich erinnere mich an meine Kindheit zurück, die durch sehr viel Bewegung geprägt war. Bewegung und Sport hat bei mir immer dazugehört. Meine Eltern zeigten mir und meinen Schwestern die verschiedensten Formen von Bewegung. Im Sommer machten wir viele Wanderungen, wobei das Bach stauen dazugehörte wie auch das Bauen von Waldhütten. Im Winter ging es mit den Langlaufskis auf die Loipe und später mit den alpinen Skis auf die Piste.

Dass ich zur Sportart Orientierungslauf gefunden habe, ist sicher auch das Verdienst meiner Eltern. Zu Beginn liefen wir alle zusammen durch den Wald und mir war das Blümchen sammeln wichtiger als das Posten finden. Später aber packte mich diese Sportart und ich bin immer noch fasziniert davon. Das Zusammenspiel von Bewegung und geistiger Arbeit, dem Kartenlesen, ist für mich etwas vom Schönsten und ich geniesse es, draussen in der Natur zu sein.

Die Bewegung gehört zu meinem Alltag. Natürlich gehört es als Spitzensportlerin zu meinem Beruf, täglich zu trainieren. Es ist aber noch viel mehr für mich: wenn ich mich draussen bewege, kann ich abschalten vom Alltag und mich an kleinen Sachen wie einem blühenden Baum im Frühling oder farbigem Laub im Herbst erfreuen. Oft kommen mir beim Laufen neue Ideen und nicht selten finde ich die Lösung zu einem Problem unterwegs. Die Bewegung ist wie ein Ventil für mich und wenn ich vom Laufen zurückkomme, bin ich zwar physisch müde aber im Kopf wieder frisch und fit. Ich liebe es, die Müdigkeit in den Muskeln zu spüren und zu merken, wie mich jedes Training weiterbringt.

Genau dieses Gefühl wünsch ich euch allen und ich freue mich darauf, meine Tochter auf ihrem weiteren Weg die verschiedensten Formen der Bewegung aufzuzeigen.