Kartengruss von den Olympischen Spielen Gold! - Mentale Stärke siegt
Die hiesigen Olympischen Spielen wurden zu Beginn überschattet von einigen existentiell bedrohlichen Fällen wie dem tragischen Unfall im Rodelwettbewerb. Es wurde uns allen bewusst, dass Trauer und Not ganz nahe neben Freude, Sieg und Lachen liegen und sind froh, dass wir gemeinsam mit einer Trauerminute anlässlich der Eröffnungsfeier der Familie und des Athleten gedenken konnten.
Bezüglich der mentalen Stärke im und um diese olympischen Spiele unterscheide ich drei für mich beeindruckende Gruppen:
Auf der einen Seite sind dies Athleten, die wie beispielsweise die direkt Betroffenen beim Todesfall im Rodeln, in einer starken Konflikt- oder Krisensituation mit einer für sie total neuen Situation fertig werden mussten. Hier sind wir mit Wertekonflikten konfrontiert, die es beinahe unmöglich oder zumindest ganz schwierig machen, sich auf die zu erbringende Leistung zu konzentrieren. Gerade weil die Athleten oder Teams über mehrere Jahre akribisch auf diesen Tag hingearbeitet haben, scheint in diesem Moment eine ganze Welt zusammenzubrechen. Dann ist es „outstanding“, wenn solche Betroffene ihr Potenzial trotzdem ausschöpfen.
Die zweite Gruppe von Athleten die mich beeindrucken sind diejenigen die am Tag-X ihre Leistung auf den Punkt bringen - wie Simon Ammann, Dario Cologna, Carlo Janka oder alle anderen „goldenen Athleten“. Neben professioneller Vorbereitung und unterstützendem Umfeld sind hier auch persönliche Voraussetzungen und die mentale Stärke zu betonen, welche begünstigen, dass das „Projekt Gold“ auch umgesetzt werden kann.
Zum dritten möchte ich diejenigen Athleten erwähnen und ihnen meine Wertschätzung aussprechen, denen es aus unterschiedlichen Gründen verwehrt blieb, hier in Vancouver dabei sein zu können. Sei dies aufgrund von Verletzungen oder unerwarteten Misserfolgen. Denn dann ist es wichtig stark zu bleiben. Ich ziehe den Hut vor denjenigen Athleten, die mit dieser Situation stark umzugehen vermögen.
Neben diesen drei mentalen Aspekten die mich faszinieren, gibt es einen weiteren Punkt der mich stark berührt: Dies ist diese internationalen Begegnungen, diese Gastfreundschaft des Gastgebers Kanadas, der sich mit allen Regeln des Anstandes und Interesses für die Erfolge der anderen und für die Menschen hinter der Rollenträgern interessiert. Outstanding ,wie die Kanadier den Menschen so interessiert, gastfreundlich, wertschätzend und auch friedenstiftend begegnen. Und hier sind wir im fairen Wettkampf. Für unsere Kinder und alle Beobachtenden nicht nur im Sinne der Leistungserbringung, sondern vor allem auch im Sinne völkerübergreifender und völkerverbindender Friedensstiftung ein ganz grosses Schaufenster und Vorbild für eine positive, gemeinsame Zukunft.

